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Muddis im Grünkohlfieber…

Nachdem ich meinen neuen Wintermantel in den vergangenen Wochen endlich mal zu Recht gegen die Kälte einsetzen konnte (und nicht nur getragen habe, weil er so schön ist), habe ich langsam auch wieder so richtig Appetit auf richtig schön gekochten, deftigen Grünkohl. Am liebsten mag ich zu Beginn der „Kohlsaison“ die ganz einfache Variante mit Kartoffeln und Pinkel, Kochwurst und Kasseler.

Grünkohl ist ja oft erst einmal nicht direkt jedermanns Sache und eher so ein „Erwachsenenessen“. Ich selbst mochte als Kind immer lieber die süßen oder breiigen Gerichte, wie Pfannkuchen oder ganz einfachen Kartoffelbrei. Wenn es im Winter Grünkohl gab, dann waren damals auf meinem Teller eher die Kartoffeln mit reichlich Butter zu finden. Mittlerweile mag ich Grünkohl sehr gerne und freue mich, sobald es kalt wird, auf die deftige Mahlzeit. Wie ist das bei euren Kindern, sind die schon kleine Kenner, oder ziehen die auch eher noch eine Schnute, wenn der Kohl auf den Tisch kommt?

 

Grünkohl

Ein Blick auf meinen Grünkohlteller – so ähnlich wird es wohl bei fast jedem aussehen 😉

Da ich mich grade ein bisschen in das Grünkohlfieber gesteigert habe, hat mich mein Ehrgeiz gepackt und ich wollte das Gemüse mal so verarbeiten, dass auch die Kleinen ihn essen mögen. Bei der Konditorei Klinge, wo einzigartigen Grünkohlpralinen von Hand hergestellt werden, haben wir ja schon gelernt, dass der Kohl nicht nur deftig neben der Pinkel schmeckt, sondern auch als kleine Praline. So inspiriert, sind bei mir in diesem Jahr die Grünkohl-Plätzchen zustande gekommen. Süß sind sie zwar nicht, dafür aber eine schöne herzhafte Knabberei für den Winter.

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Mein Versuch, den Kids den Kohl näher zu bringen: herzhafte Grünkohlplätzchen

Ihr werdet es vielleicht nicht glauben, aber erst im letzten Jahr habe ich zum allerersten Mal einen „echt gewachsenen“ Grünkohl live im Beet gesehen! Ich muss mir grade selbst ein Schmunzeln verkneifen, das hört sich irgendwie fast so an, als hätte ich eine fast ausgestorbene Art seltener Urzeittiere beobachtet. Aber es stimmt, ich muss zugeben, bisher kannte ich nur den „essfertigen“, grob gehackten Grünkohl aus dem Glas oder aus den 2,5 kg Tüten im Tiefkühlfach. Und dabei komme ich direkt aus der tiefsten Grünkohlregion!

muddiskochen_grünkohlpalme

Kaum zu glauben, aber wahr…ich hatte bis vor einem Jahr noch nie eine echt gewachsene Grünkohlpalme in ihrem Beet gesehen!

Ihr seht, im Essen bin ich schon eine von den ganz Großen – nur was meine Bildung über unser heimisches Wintergemüse angeht, besteht bei mir noch ein klein wenig Nachholbedarf. Das Gute ist: hier in Oldenburg kann ich meinen Wissenshunger direkt stillen. Oldenburg ist nämlich seit 2010 Kohltourhauptstadt mit einer eigenen „Grünkohl-Akademie“. Hier dreht sich, sobald es draußen kühl wird, (fast) alles nur noch um die Oldenburger Palme. Es gibt sogar eine eigene Website, die allein dem Wintergemüse und dem Kohltourkult gewidmet ist!

Einen schönen Anfang nimmt die Grünkohl- und Kohltoursaison jedes Jahr in der Oldenburger Innenstadt auf dem Rathausmarktplatz mit dem Grünkohlsonntag. Am 1. November gibt es in diesem Jahr ab mittags volles Programm rund um das Thema Grünkohl. Ich denke, auch ich werde (zusammen mit meinem neuen Wintermantel) der Oldenburger Innenstadt einen Besuch abstatten und neben einem kleinen Shopping-Trip den Start der Kohlsaison feiern!

Vielleicht sehen wir uns dort ja…und sonst – habt es schön 🙂

 

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