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Muddis unterwegs – dieses Mal im Schweinestall

Pure Aufregung bei uns – denn es geht für uns in den Schweinestall der Familie Barghop aus Ehrenburg. Heute tauschen wir mal die Kochschürze gegen den grünen Overall, um uns selbst ein Bild vom Schweinestall zu machen. Die Fleischerei Meerpohl hat uns eingeladen sie zu ihrem Landwirt zu begleiten und wir haben direkt zugesagt. Dabei soll es für uns in alle Bereiche gehen:  trächtigen Sauen wird beim Füttern zugesehen, der Stall mit den Ferkeln und ihren Müttern lässt unsere Herzen springen.

Wir besichtigen Ställe mit eigenem Wintergarten und unser erster Kommentar – es stinkt gar nicht so wie erwartet. Denn Offenstallhaltung bedeutet eben viel frische Luft – die ist für die heimlichen Weltmeister im Riechen ganz wichtig. Denn Schweine schnüffeln und riechen den ganzen Tag fast ohne Unterbrechung. Auch uns erschnüffeln sie sofort und sind nach erster Scheu richtig neugierig und begrüßen uns mit lautem Grunzen.

Was uns auch direkt auffällt sind die süßen Ringelschwänze, kein gewöhnlicher Anblick mehr in der Schweinemasthaltung. Hier ist es aber ein normaler Zustand. Denn ein intakter Ringelschwanz ist ein wichtiger Qualitäts- und Gesundheitsindikator. Er zeigt an, dass es dem Schwein gut geht. „Schweine aus Offenstallhaltung sind ausgeglichener, sind satter, haben mehr Bewegungsfreiheit und sind damit zufriedener.“, erklärt uns Landwirt Heiko Barghop. Daher kann auch auf das Kupieren der Ringelschwänze verzichtet werden. Wie eine solche tiergerechte und zugleich wirtschaftliche Schweinehaltung in der Praxis gelingen kann, dafür ist der Hof von Familie Barghop ein positives Beispiel.

Heiko Barghop erklärt uns im Detail wie lang Trage- und Säugezeit der Sau sind, was es mit den Ställen auf sich hat, wie viele Tiere in einer Bucht gehalten werden, wie Fütterung und Tränke funktionieren und vieles mehr. Hier wird das Futter der Tiere auch selbst angebaut und vor Ort  gemahlen, besser kann man nicht auf die Ernährung der Tiere achten. Zudem werden die Tiere ohne Hormone versorgt und sind lt. Aussage von Heiko Barghop selten krank und kommen daher auch ohne Antibiotika aus.

Uns wird ausführlich erklärt was ein Offenstall ist – wir hatten ehrlich gesagt null Ahnung – denn diese alternative Haltungsform für Schweine, bei der der Stall an einer Seite komplett offen ist und über Auslauf verfügt, ist ideal für die Schweine. Dadurch bekommen die Tiere nicht nur frische Luft und Tageslicht, sondern erleben auch die natürlichen Witterungseinflüsse wie warm, kalt, feucht, windig und sonnig. Zugleich haben sie ungefähr doppelt soviel Platz wie gesetzlich vorgeschrieben, können sich frei bewegen und zwischen den unterschiedlichen Klimazonen wählen. Das frische Stroh und tiergerechte Bereiche sorgen dafür, dass die Schweine ihre natürlichen Bedürfnisse ausleben können.

Im natürlichen Schweineleben sind Schweine auch echte Experten in der Futtersuche. Nach Herzenslust wird hier das Stroh durchstöbert oder in den Stallräumen nach Herzenslust auf Entdeckungsreise gegangen. Wir sind nun keine Vegetarierer und wissen ja, dass es irgendwann auch auf den Schlachthof geht. Aber mit diesem Besuch haben wir das beruhigende Gefühl, dass diese Tiere gut gehalten werden. Für die Fleischerei Meerpohl steht deshalb gute Tierhaltung an erster Stelle – und so haben sie sich für das Prinzip Offenstall entschieden. Das kommt nicht nur den Tieren, sondern auch der Fleischqualität zu Gute. Meerpohl kennt die gesamte Wertschöpfungskette von der Ferkelproduktion, Mast, Schlachtung, Zerlegung, Verarbeitung, bis hin zur Ladentheke. Und wir Muddis als Verbraucher sind gerne bereit, diesen Mehraufwand zu honorieren.

 

 

 

 

 

 

Wer sich selbst einen Einblick verschaffen möchte, wir haben auch einen kleinen Film gedreht.

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